Katja Adler ist deutsche Freidemokratin und Kolumnistin beim MERANER MORGEN (Quelle: MERANER MORGEN)
Katja Adler ist deutsche Freidemokratin und Kolumnistin beim MERANER MORGEN (Quelle: MERANER MORGEN)
Hat die FDP ein Problem mit zu wenigen Frauen? Diese Frage stellte sich zuletzt, nachdem Linda Teuteberg ihr Amt als Generalsekretärin dem sicher schlagfertigen Volker Wissing übergeben musste. Offenbar war Parteichef Christian Lindner die junge Frau aus Brandenburg zu brav und zu unerfahren, um die politischen Gegner unter Druck zu bekommen. Und für Volker Wissing sprach seine langjährige Regierungserfahrung in Rheinland-Pfalz. Aber diese scheinbar logische Personalentscheidung wirkt gerade auf weibliche Wähler nicht gerade empathisch.

Nur etwa jedes fünfte FDP-Mitglied ist weiblich. In der Bundestagsfraktion liegt der Anteil der Frauen bei rund 23 Prozent. Einer Quote stehen Freidemokraten grundsätzlich skeptisch gegenüber. Jede Repression oder Einengung darf nicht die Grundlage einer freien Wahl sein.

Für agile liberale Frauen wie Nicole Bauer oder Bettina Stark-Watzinger ist die Quote kein Allheilmittel. Vielmehr setzt man in weiten Teilen der Partei darauf, dass sich alle Landesverbände in einer Art Zielvereinbarung von Wahl zu Wahl steigern wollen.

Aber wieviele Wahlen hat die FDP noch, um nicht gegenüber den politischen Wettbewerbern strukturell total in Unterlegenheit zu geraten?

Die FDP lebt von der Freiheit. Kein Zwang und keine Hinterzimmer-Arrithmetik sollte Vorstands- und Listenaufstellungen beeinflussen. Trotzdem muss ein Ruck durch diese stolze Partei gehen, auch der Ruck bei all den tatkräftigen Männern innerhalb der FDP, mehr Weiblichkeit zuzulassen.

Freiheit appeliert auch immer an die Vernunft. Und gerade die Partei der starken Ordnungspolitik muss sich eingestehen, dass es fairer Chancen für Neues bedarf, um sich bildende Kartelle der Macht zu verhindern.

Ich glaube an meine FDP!

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